Chi-Maschine Wirkung & Erfahrungen

Die Chi-Lehren

Chi Lehren Es ist nicht ganz leicht, das Chi mit einem Wort zu übersetzen oder es als einen einzelnen Begriff zu definieren. Auch in Europa wird Chi immer mehr zur Grundlage der Verbesserung des Wohlbefindens. Darauf basierend, bildeten sich daher eine Reihe von Lehren und Techniken, die besondere Wirkungen durch eine gezielte Beeinflussung des Chi anstreben.

Was bedeutet Chi?

Was in China als Qi oder Chi bezeichnet wird, kennt man in Japan als Ki. In Korea spricht man von Gi. Und parallele Begrifflichkeiten des Chi findet man in ähnlicher Form, wie beispielsweise in Indien, wo man vom Prana spricht. Aber im Prinzip meint es das Gleiche. In Tibet wird es Lung genannt wird, denn es handelt sich um eine Art Lebensenergie.

Das Chi ist auch ein Begriff der eigenen, authentischen chinesischen Religion und übertragen auf das christliche Verständnis von Religion, kann das Chi wohl am ehesten mit dem göttlichen Geist gleichgesetzt werden. Eine wichtige Rolle spielt das Chi auch in der Philosophie des Taoismus (auch Daoismus), der „Lehre des (richtigen) Weges“ und nach seiner modernen Auffassung steht das Chi auch für die Tätigkeit des neurohormonalen Systems.

TCM – die traditionelle chinesische Medizin

In der TCM nimmt das Chi einen besonders hohen Stellenwert ein, denn es wird als generelle Lebensenergie oder Energie des Spirituellen angesehen. Die Lebensenergie läuft in definierten Kanälen oder Leitbahnen des Energieflusses, sogenannten Meridianen, teilweise an der Körperoberfläche und teilweise leicht darunter.

Wird das Chi durch Einflüsse wie Unachtsamkeit gegenüber dem eigenen Körper (z.B. durch übermäßigen Fast-Food-Genuss, Rauchen, übermäßigen Alkoholgenuss oder Stress), aber auch Emotionen wie Sorgen oder Angst blockiert, kann es nicht mehr durch den Organismus zirkulieren und den steuernden Einfluss auf die Körperfunktionen nicht mehr wahrnehmen.

Die Blockaden sind meist mit den fünf Organen Leber, Herz, Milz, Lunge und Nieren verknüpft. Ihnen wird jeweils ein Bezug zu den fünf Elementen Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser zugeordnet und sie werden als ein sich selbst erfüllendes Ganzes, ein Mikrokosmos als Abbild eines Makrokosmos betrachtet.

Zu den Behandlungsmethoden, welche das Chi aktivieren sollen, gehören:

  • die Akupunktur (Behandlung mit Nadeln),
  • die Akupressur (Druckpunktmassage),
  • die Bewegungstherapie (Qigong oder innere Kampfkünste wie Taijiquan),
  • die Arzneimitteltherapie, vorwiegend mit pflanzlichen Mitteln (Phytotherapie) und
  • die Moxibustion mit dem Abbrennen von Beifuss (Moxa).

Mehr Infos zur traditionellen chinesischen Medizin findet ihr auch hier.

Feng Shui

Das Chi ist jedoch nicht nur im Körper von Lebewesen, sondern durchdringt, ähnlich dem Pneuma in der griechischen Medizin, sowohl den lebenden Organismus, als auch die Umwelt.

So beeinflusst das Chi auch das Wohlbefinden. Primär geht es darum, den Wohn- und Lebensraum so zu gestalten, dass er dem Menschen angenehm und seinem Wohlbefinden förderlich ist und dadurch der Zirkulation des Chi im Organismus positiv beeinflusst wird.

Ein wichtiger Aspekt dabei ist beispielsweise, dass bestimmte Orte einem bestimmten Bereich des Lebens zugeordnet werden.

Wer in der „Liebes-Ecke“ Unordnung hat, bei dem wird auch ein negativer Einfluss auf die partnerschaftliche Beziehung spürbar. Auch Kanten und Ecken können Störfaktoren sein, wenn sie ins Zimmer ragen und schwere Regale, die über dem Kopfende des Bettes angebracht sind, können Schlafstörungen hervorrufen.

Ein schlechtes Chi im Badezimmer herrscht beispielsweise auch bei einem ständig geöffneten Toilettendeckel, weil durch die Toilette das positive Chi „wegfließt“, der Ausgleich von positiven und negativen Energien ins Ungleichgewicht gerät und dann vor allem schädliche Einflüsse überwiegen.

Neokonfuzianismus

Der Neokonfuzianismus ist eine religiös-philosophische Lehre, die während der chinesischen Song-Dynastie entstand, ab deren Zeit er eine der beherrschenden und kulturell einflussreichen Geistesströmungen in China darstellte. Die Ursprünge des Neokonfuzianismus liegen im Konfuzianismus, wobei er jedoch auch starke Einflüsse aus Buddhismus und Taoismus (auch Daoismus) aufweist.

In der späteren Zeit des Neokonfuzianismus traten besonders die Brüder Cheng Hao (1032–1085) und Cheng Yi (1033–1108) hervor, die den Begriff des Li als wichtigsten Begriff dieser Lehre etablierten. Li stellt das Ordnungsprinzip dar, welches sowohl die kosmologische Lehre von der Welt und ontologische Lehre vom Sein, respektive vom Seienden, als auch das Moralprinzip umfasst, mit dem es den Wesensgrund des Seins, aber auch die Strukturordnung des individuellen Seins bildet. Cheng Hao prägte auch den für die neokonfuzianische Ethik wichtigen Begriff der Menschlichkeit (ren), die bereits von Konfuzius hochgeschätzt wurde. Allerdings bekommt sie bei Cheng die Konnotation von Liebe und stellt für ihn eine, alles Seiende verbindende Qualität dar.

Cheng Yi definiert die menschliche Natur im Sinn des bedeutendsten Nachfolgers von Konfuzius, Mengzi, als uneingeschränkt gut und geht davon aus, dass es das Chi als Ätherstoff mit seinem indifferenten Charakter ist, welches die Verantwortung dafür übernimmt, dass Unvollkommenheiten entstehen, welche „Böses“ hervorbringen, weil aus dem Chi das „Material“ oder die „Befähigung“ (cai) hervorgeht, aus dem der individuelle Mensch besteht. Auch die von Cheng Hao noch im Vertrauen auf die alles verbindende Liebe aufgebaute These von Selbstkultivierung und Erziehung bekommt durch diese Differenzierung bei Cheng Yi einen anderen Akzent, weil er seinen Focus primär auf das Jing, wörtlich aus dem Chinesischen als „Ehrfurcht“ übersetzt richtet, mit dem er die Achtsamkeit und den Respekt vor allen in ihrer Eigenart unterschiedlichen Dingen und Wesen in den Vordergrund seines Augenmerks legt. Als es innerhalb der neokonfuzianischen Strömung alsbald zur Differenzierung von zwei Richtungen kam, deren eine oft als rationalistisch bezeichnet wird, und deren andere als intuitionalistisch eingeordnet wurde, wurde der Philosoph Zhu Xi (1130–1200) zum wichtigsten Vertreter der rationalistischen Richtung, denn er versuchte die beiden großen traditionellen Lehren des alten China, den Daoismus und den Konfuzianismus, miteinander zu verbinden.

Zhu Xi vollzog die endgültige Ablösung des Li, als formellen Aspekt und Ordnungsprinzip vom Ätherstoff Chi, der den materiellen Aspekt der Wirklichkeit darstellt. Dadurch gab er dem Li einen metaphysischen Sinn, da er das Taiji als das allumfassende Li betrachtete und das Ordnungsprinzip Li als „oberhalb der Gestaltungsebene“ definierte. Zur Entstehung der sichtbaren Welt führte nach seiner Auffassung nur die Verbindung beider Wirklichkeitsaspekte. Zhu Xis These vom ewigen und allumfassenden Ordnungsprinzip wird in ihrem Einfluss mitverantwortlich gemacht für eine Akzentverschiebung in der chinesischen Kultur, aus welcher die Verlangsamung der Entwicklung der chinesischen Gesellschaft resultierte. Als größter Kritiker Zhu Xis und seiner Theorie des Dualismus, galt der bekannteste Vertreter der idealistischen Xinxue-Richtung des Neokonfuzianismus Lu Jiuyuan (1139–1193), der sich gegen die Spaltung des „Gemütsbewusstseins“ (xin, wörtlich Herz) aussprach, weil er an die Zusammenfassung von Zeit und Raum im individuellen Herzen oder Gemütsbewusstsein (xin), durch welche das Individuum am Ganzen, der kosmischen Einheit, teilhat, glaubte.

Taoismus (auch Daoismus)

Das Chi findet sich auch als zentraler Begriff des Taoismus, bereits im 42. der insgesamt 81 Kapitel des in zwei Bücher unterteilten Daodejing, das in älteren Umschriften auch als Tao te king, Tao te ching oder nach seinem legendären Verfasser, dem Denker Laozi bezeichnet wird und dessen historisch gesicherte Ursprünge im 4. Jahrhundert v. Chr. liegen.

Das Daodejing enthält die Lehre vom Streben nach Frieden, mit dem es sich ursprünglich an die kriegsführenden Herrscher richtete und es handelt sich beim Daodejing um ein Buch (Jing), in welchem es um das Weltgesetz und seinen Weg (Dao oder Tao), respektive um dessen Wirken (De) geht, denn das Tao (Dao) ist „der beständige, wahre Weg“, „ein Weg ohne Weg, ein Weg, der unter den eigenen Füßen entsteht, indem man ihn geht“ (Quelle Laotse: Tao Te King, Kap. 1. Zitiert nach G. Wohlfart, „Laozi: Daodejing“ in: Franco Volpi (Hrsg.): Großes Werklexikon der Philosophie, Stuttgart 2004). Um jedoch diesen Weg zu finden und gehen zu können und damit am Tao (Dao) teilzuhaben, bedarf es des „De“, also quasi der Achtsamkeit des Menschen, dem es nicht um Macht und Anerkennung geht und der darum auch nicht in den Augen seiner Mitmenschen im Außen leuchtet, aber der trotzdem, oder gerade darum, überaus wohltuend auf seine Mitgeschöpfe wirkt.

Er beeinflusst nicht deren freien Willen zu seinen Gunsten, erwartet keinen Vorteil, verlangt nichts für sich und schadet damit auch niemanden und er übt sich in Güte gegenüber Freunden und Feinden. Er missioniert nicht, greift nicht in den Gang der Dinge ein, damit alles zu seiner natürlichen Ordnung finden kann und ist damit dem Suchenden ein Vorbild und dem weltlichen Menschen kein Hindernis. Somit fördert er durch sein „Nicht-Tun“, respektive „Tun ohne Tun“ oder „das Handeln der Weisen, das ein Nicht-Handeln ist“ (chinesisch Wu Wei) den segensreichen Lauf aller Dinge. Das De kann aber auch nicht erreicht werden, wenn das Chi, die „Energie des Geistes“ gestört oder gar blockiert wird und damit nicht im Fluss der Zirkulation durch den Organismus ist, denn dann ist der Körper nicht in Harmonie mit dem Universum.

Der daoistische Philosoph Zhuangzi definierte das Chi als immaterielle Grundsubstanz des Kosmos.

Qigong

Das Qigong ist die Arbeit am Chi durch Meditation, Kontemplation und Bewegung und gehört zu den fünf Säulen der Therapien, welche die traditionelle chinesische Medizin verwendet und auf der sie basiert. Bei Qigong soll der Körper kultiviert werden, indem das Chi gestärkt und auch harmonisiert wird, sodass der Organismus in einer gesunden Balance von Yin und Yang bleibt.

Kampfkünste

Das Chi bildet für die traditionellen chinesischen inneren Kampfkünste wie das Taijiquan und Aikidō, die im Gegensatz zu den äußeren chinesischen Kampfkünsten kein rein körperlicher Prozess sind, sondern den geistigen und meditativen Aspekt stark betonen, die ideelle Grundlage. Bei diesen Kampfkünsten, welche vom Chi beeinflusst werden, dient es zwar auch der Kontemplation der Kraft und der Konzentration im Kampf, aber vor allem beeinflusst es die Entwicklung der Persönlichkeit, denn bei einem Meister der inneren Kampfkünste soll nicht wie bei den meisten äußeren Kampfkünsten - wie beispielsweise den Shaolin-Kampfkünsten oder auch beim Karate -, die Entwicklung von Geschicklichkeit und Muskelkraft gefördert werden, sondern durch den Fluss und die Zirkulation soll das Chi die innere Ruhe des Meisters so deutlich sichtbar werden lassen, dass er schon aufgrund dessen, dass er so überlegen wirkt, dass niemand ihn angreifen wird, seine Kampfkunst nie anwenden muss. Hinter den inneren Kampfkünsten steckt auch der daoistische Gedanke, dass Hartes durch Weiches besiegt werden kann, weil es diesem keinen direkten Widerstand entgegensetzt. Voraussetzung hierfür ist ein harmonischer Einklang von Geist und Körper, der zu einem stärkeren Körperbewusstsein und einer besseren Wahrnehmung der eigenen Bewegungen führt, die stets fließend und entspannt ausgeführt werden.

Insofern gilt das Streben der Kämpfer mit den inneren Kampfkünsten nach der bewussten Wahrnehmung und Kontrolle über das Chi, wodurch es auch gestärkt und harmonisiert werden kann. In der Kampfkunst, wie den Shaolin-Kampfkünsten oder auch beim Karate wird ebenfalls das Chi genutzt und die Fähigkeit, beispielsweise Ziegelsteine mit einem Handkantenschlag zerteilen zu können, ohne dass der Karatekämpfer sich dabei verletzt, wird darauf zurückgeführt, dass dieser durch langes Training in der Lage ist, das Chi auf einen schmalen Bereich der Handkante zu konzentrieren. Das gestärkte Chi soll dem Kampfkünstler in einer Konfliktsituation auch die Fähigkeit verleihen, aufmerksamer zu sein und ihn in die Lage versetzen, die Intentionen des Kontrahenten frühzeitig wahrzunehmen. Hieraus entwickelte sich auch das Prinzip des Aiki, wie beim Aikidō, bei dem der Kampfkünstler seine Bewegungen auf das universelle Chi abstimmt und damit die kontrahenten Energien harmonisiert.

Esoterische Konzepte

Teilweise basieren auch neuere, teils esoterische Konzeptionen, in denen auch – entweder indirekt, also als solches gemeint aber nicht mit Worten formuliert, oder sogar ausdrücklich mit Worten genannt – Bezug auf das Chi genommen wird:

Vitalismus (vom lateinischen vita „Leben“) Er nimmt sich der in allem Lebendigen innenwohnende, besondere Lebenskraft (vis vitalis) an und ist eine Sammelbezeichnung für Lehren, die als Grundlage alles Lebendigen diese vis vitalis als eigenständiges Prinzip oder eine Seele voraussetzen. Als Vorläufer des Vitalismus, der einen Wesensunterschied zwischen Organischem und Anorganischem festlegt, wird vielfach Aristoteles genannt, weil er das Lebendige als durch ein Lebensprinzip, welches er Entelechie nannte, als ermöglicht betrachtete. Wobei anzumerken ist, dass seine Metaphysik auch funktionalistisch-materialistisch gedeutet werden könnte.

Orgon

Orgon ist eine aus den Begriffen Organ und Orgasmus zusammengeführte Bezeichnung, die Wilhelm Reich verwendete, nachdem er seine Vegetotherapie nach der „Entdeckung des Orgons“ zur Orgontherapie erweiterte, in welcher unter anderem auch die Wirkung des Orgons auf den Organismus ausgenutzt wurde, welche Reich zum Postulat machte und sie damit als gegeben annahm. Um das atmosphärische Orgon speichern zu können, das dem Chi ähnlich sein soll, baute Reich „Orgon-Akkumulatoren“.

Od (von Odin)

Od ist nach der Theorie von Karl von Reichenbach eine von ihm als existent angenommene Lebenskraft, ähnlich dem Chi, die im Zentrum seiner ab 1841 durchgeführten Untersuchungen wissenschaftlicher Grenzgebiete stand. Er bezeichnete Od als eine, mit dem Magnetismus vergleichbare Kraft, die besonders begabte, von ihm als Sensitive definierte Menschen, als schwache Lichterscheinungen bei Magneten wahrnehmen konnten, wenn sie sich in dunkeln Räumen befanden. Andere Forscher, die Reichenbachs Experimente ebenfalls als Versuch durchführten, bestätigten seine Ergebnisse jedoch nicht.

Sportmedizinische Sichtweise

Obwohl bei fernöstlichen Kampfkünstlern innerhalb von physiologisch orientierten Versuchen angegeben wurde, dass sie ihr Chi in bestimmten Körperteilen, wie zum Beispiel in den Armen oder den Beinen zu konzentrieren und Wärmebildkameras genau dort eine erhöhte Muskelspannung zeigten, die vorbereitend war, um besondere Leistungen, wie kräftige Schläge auszuhalten oder auszuführen, gilt dies nicht als Beweis für die Existenz des Chi. Vielmehr wird die Muskelspannung als von den Kampfkünstlern durch Nervenimpulse kontrolliert und vor allem durch Konzentration gefördert, bewertet. Zwar räumen die Wissenschaftler ein, dass es sich bei Nervenimpulsen sicherlich auch um eine Art Lebensenergie handelt, aber sie entmystifizieren damit das Chi und reduzieren es auf eine zu messende elektrolytische muskelspannungsregulierende Wirkung, die beim Training westlicher Athleten keine tragende Rolle spielt.